Anlässlich des 100. Todestages des Künstlers im Jahr 1926 bereitet das MuMa – Musée d’art moderne André Malraux eine Ausstellung mit dem Titel „Monet au Havre“ vor. Die Ausstellung widmet sich den Jugendjahren von Claude Monet in der Stadt – von 1845, dem Jahr, in dem seine Familie nach Le Havre zog, bis 1874, dem Jahr der ersten Ausstellung der Impressionismus in Paris und der letzten großen Serie von Meeresansichten, die der Künstler im Hafen malte.
Während dieser drei Jahrzehnte machte der 1840 geborene junge Künstler seine ersten künstlerischen Schritte. Er füllte seine Skizzenbücher mit Zeichnungen nach der Natur, karikierte die Honoratioren von Le Havre, versuchte sich gemeinsam mit Eugène Boudin an der Landschaftsmalerei, studierte die Werke der großen Meister und schuf seine ersten Stillleben. Gleichzeitig teilte er seine Zeit zwischen der Stadt seiner Kindheit und Paris, wo er die Künstler kennenlernte, die später den Kreis der Impressionisten bilden sollten.
In Le Havre begegnete Monet auch Fotografen, die auf der Suche nach malerischen Motiven waren oder eine Technik herausfordern wollten, die sich damals rasant entwickelte. Ihre Aufnahmen bildeten einen reichen Fundus an Motiven, die sich im Werk des Malers wiederfinden. Von den wilden Landschaften der Pointe de la Hève in Sainte-Adresse – diesem von den Einwohnern von Le Havre geschätzten „Ende der Welt“ – über die Segelregatten, die die Reede beleben, bis hin zum Herzen des großen Industriehafens erzählen die in der normannischen Stadt entstandenen Werke von der Geburt einer künstlerischen Berufung.
Hier entstanden auch einige Meisterwerke, darunter La Terrasse à Sainte-Adresse und Régates à Sainte-Adresse (1867, New York, Metropolitan Museum of Art) sowie Le Port du Havre, effet de nuit (1872, Potsdam, Museum Barberini).
In Le Havre fand Monet zudem Unterstützung für seine künstlerische Laufbahn – innerhalb seiner Familie, insbesondere durch seinen Bruder Léon Monet, aber auch bei lokalen Sammlern, etwa bei der Familie Gaudibert, die einige seiner ersten Gemälde erwarb. Später wurden die Gründungsmitglieder des Cercle de l’Art moderne – Olivier Senn, Pieter Van der Velde und Charles-Auguste Marande – regelmäßige Käufer seiner Werke. Der junge Künstler gewann außerdem neue Mäzene durch die Vermittlung seiner Freunde, der Maler Eugène Boudin und Gustave Courbet.
Gestützt auf bislang unveröffentlichte Dokumente stellt die Ausstellung das familiäre Umfeld des Künstlers, das Leben in Le Havre und seinen Einfluss auf Monet, die prägenden Einflüsse in seiner frühen Malerei, die Bedingungen seiner ersten künstlerischen Ausbildung, die zahlreichen Karikaturen der Honoratioren von Le Havre, die von ihm gemalten Orte in der Stadt, die Entwicklung seiner Technik sowie seine ersten Mäzene vor. Eine Chronologie, Karten der Region und Auszüge aus der Korrespondenz liefern eine wesentliche – oft bislang unveröffentlichte – Dokumentation zum Verständnis des Malers und seines Werdegangs.
Der Ausstellungsrundgang folgt einer thematischen und chronologischen Gliederung und umfasst etwa 80 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen und Skizzenbücher von Monet sowie Archivdokumente und zahlreiche Fotografien.
Ausstellung: 5. Juni bis 27. September 2026, zu den Öffnungszeiten des Museums.
Zeitplan
vom 5 Juni 2026 bis zum 27 September 2026 -
